Aushalten oder Loslassen

Das Aushalten von Herausforderungen und schwierigen Situationen gehört zum menschlichen Leben dazu. Wir müssen oft mit Emotionen wie Trauer, Angst oder Unsicherheit umgehen. Auch gesellschaftliche Veränderungen, persönliche Rückschläge oder zwischenmenschliche Konflikte können belastend sein.
„Ich halte das nicht mehr aus!“ – ein verzweifelter Schrei eines Menschen, der droht unter seinen Belastungen zusammenzubrechen.
Was ist das Gegenteil von „aushalten“?
Das Gegenteil von „aushalten“ könnte „aufgeben“ oder „verlassen“ sein. Während „aushalten“ bedeutet, etwas zu ertragen oder durchzuhalten, impliziert das Gegenteil, dass man sich von einer Situation entfernt oder sie nicht mehr erträgt.
Das Gegenteil von „aushalten“ kann aber auch „LOSLASSEN“ sein.

Als Christ hat „loslassen“ eine besondere Bedeutung: Es geht darum, Dinge, die uns belasten oder die uns von einem erfüllten Leben abhalten, in Gottes Hände zu legen. Dies kann Schmerz, Schuld, Ängste oder auch Beziehungen betreffen. In der Seelsorge wird oft betont, dass Loslassen nicht bedeutet, die Dinge zu ignorieren oder zu vergessen, sondern vielmehr, sie in einem vertrauensvollen Akt an Gott abzugeben.
Die Bibel spricht viel davon, dass wir unsere Sorgen und Belastungen „loslassen“ dürfen:
Petrus 5,7:
„Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
Diese Stelle ermutigt uns, unsere Sorgen Gott anzuvertrauen, weil er sich um uns kümmert.
Matthäus 11,28-30:
„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“
Hier lädt Jesus uns ein, unsere Lasten bei ihm abzugeben und Trost zu finden.
Philipper 4,6-7:
„Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“
Diese Verse erinnern uns daran, dass wir unsere Sorgen im Gebet vor Gott bringen können.
Psalm 55,22:
„Wirf deine Last auf den Herrn, so wird er dich erhalten; er wird den Gerechten niemals wanken lassen.“
Diese Stelle ermutigt uns, unsere Lasten Gott anzuvertrauen, da er uns trägt.

Leider neigen wir häufig dazu, unseren gerade am KREUZ abgelegten Rucksack – wieder „mit nach Hause“ zu nehmen. So werden wir unsere Belastungen nicht los.
Etwas in Gottes Hände zu legen – das hat viel mit Vertrauen zu tun. Jemanden zu Vertrauen bedeutet diese Person gut zu kennen, zu wissen, dass sie mit dem „Anvertrauten“ gut und richtig umzugehen weiß.
Wenn wir also wieder mit unserem Rucksack voller Sorgen und Lasten, nach Hause gehen, dann nur deswegen, weil wir nicht genau wissen, wer dieser GOTT ist, dem wir unsere Sorgen und Belastungen anvertrauen können.
Wenn Du Dich dabei erwischst, dass Du Deinen Rucksack nicht loslassen kannst, dann möchte ich Dich ermutigen, Dich mehr mit der Persönlichkeit Gottes zu beschäftigen.
In der Bibel kannst Du viel über Gottes Persönlichkeit entdecken:



